Montag, 23. März 2009

Mottoparty in Dubai: Zwei Scheichs auf einem gewoehnlichen Wochenendsausflug

Seid alle zum wahrscheinlich letzten Mal recht herzlich aus der Trendmetropole Saudi-Arabien gegruesst! Schon jetzt duerft ihr euch ueber diesen Blog freuen, denn er wird euch in eine Welt entfuehren, die euch aus eurem grauen Alltag entreisst und hinein in eine paranormale Welt fuehrt. Wieder einmal werdet ihr sehen wie nahe Wahrheit und Luege (oder auch Spass und Peinlichkeit) aneinander liegen koennen. Euer Jonathan Franks!
Wie ihr ja schon aus meinem letzten Blog erfahren habt, bin ich zu Dr. (Alex) House Verlinken kann ich nicht, daher hier der Link :-) www.happyalex.de/da-war-was-los (Spitzname: McDreamy..ja, die Freaks unter euch werden jetzt sagen, dass das nicht passt usw..mir egal :) nach Dubai geflogen um mein Visum fuer Saudi-Arabien verlaengert zu bekommen (der Spass stand dabei natuerlich ganz klar im Hintegrund, schliesslich war mir schon im Vorheinein klar, dass ich mit Alex keinen haben wuerde..). Abends in seinem Hotel angekommen erheiterte mich folgender Zettel:
Jaja, der Alex uebt halt in seiner Freizeit gerne schreiben, seitdem er es vor 2 Wochen an der Uni gelernt hat. Macht er aber schon ganz toll wie ich finde..Nachdem er aber tagsueber so viel geschrieben hatte war er natuerlich abends muede und so ruhten wir uns rechtzeitig fuer den folgenden anstrengenden Strandtag aus. Hier erwies es sich als durchaus wichtig, dass ich wusste wie man einen Sonnenschrim aufbaut. Noch wichtiger war dann allerdings, dass ich wusste wie man am besten verheimlicht, dass man ihn kaputt gemacht hat. Eine Anmerkung noch zum kommenden Foto: Vor 3 Jahren hat sich Alex mal an einer schweren Einkaufstuete verhoben (mit dem Baaaaaggy Baaaag waere das uebrigens nicht passiert!), seitdem kann er seine Schulter nicht mehr herunter nehmen. egal, so siehts ja auch gut aus..



Abends dann endlich mein ersehntes erstes Bier seit 5 Wochen! Wohl im Gluecksrausch auf dieses Bier zogen wir uns die am Abend erworbenen Scheichgewaender an und sprangen lustig durchs Zimmer, so wie es die echten Scheichs auch schon seit Jahrhunderten machen.


Am naechsten Tag folgte dann ein Highlight: Die Wuestentour (Zitat Taxifahrer: "Ich weiss nicht, ob die euch gefallen wird. Da gibts nur Sand!"). Trotz dieser ernuechternden Info wagten wir das Wagnis..Hahaha...Und siehe da, es war ein voller Erfolg. Neben Posen fuer unseren neuen Scheichkalender (weitere anmutende Posen dann im neuen Pirelli Kalender "Scheichs der Welt") wollten jede Menge Touris Bilder mit echten Scheichs - also uns - machen. Und Ruck Zuck hatten wir die Kosten fuer die Tour wieder drin..Bei der Tour wurden folgende Programmpunkte von den Pseudoscheichs abgehakt: Dune Bashing (mit den Jeeps ueber die Duenen duesen (oha, Alliteration!), Sandboarding, Quad fahren, Kamel reiten, arabisches Buffet (mit Alkohol muss ich an dieser Stelle erwaehnen) essen, Bauchtanz. Die folgenden Bilder sind kaeuflich zu erwerben unter http://www.kaufste-einen-scheich-kriegste-einen-umsonst.de/:



Abends stand dann noch eine coole Party in einem der Strandclubs Dubai an und am letzten Tag eine Touri-Tour (fuer dieses Wort melde ich uebrigens ein Patent an) - von unserer Taxifahrerallzweckswaffe geleitet - an. Auch hier mussten die Scheichs vor jeder Sehenswuerdigkeit Dubais fotografiert werden (Anordnung von ganz oben, Plakate werden an allen wichtigen Gebaeuden Dubais aufgehaengt). Besonders in Erinnerung blieb mir dabei anscheinend der Rochen. Dieser verfolgte mich naemlich auch im Traum (ey, ich schwoer Alter, der war wirklich da), so dass ich meinen in tiefen traeumen versunkenen Kumpanen mitten in der Nacht unbedingt aufwecken musste, um ihn auch von der tatsaechlichen Anwesenheit des Rochens zu ueberzeugen (schoene Gruesse an Simon an dieser Stelle). So ganz abgenommen hat er es wohl doch nicht. Das schliesse ich jedenfalls aus seinem Kommentar: "Ey fuer die Scheisse hast du mich jetzt aufgeweckt? Penn weiter man!"







Und schliesslich ging leider auch dieses lustige Wochenende viel zu frueh zu Ende. Alex und ich lagen uns noch Minutenlang in den Armen und verbrauchten mehrere Packungen Taschentuecher bis wir uns schliesslich doch voneinander loesten und uns Lebwohl sagen mussten. Doch Alex, sei gewiss, es wird kein Abschied fuer immer sein, spaetestens in Lettland sieht man sich wieder :)

Zum Abschluss noch ein Bild einer Qualle, die verspaetet vom Carneval aus Rio zurueck nach Dubai kam und noch mehrere Restpromille hatte..

Auf wiederseeeeeehen und bis bald in Deutschland!
P.S.: Ich komme am Freitag (27.3.) wieder in Deutschland an. Abends KUZ? Habe gerade am Pool 2 KUZ Karten gegen ein paar Monopoly Rial Scheine getauscht..Lustig, dass man hier auch Mainzer trifft..

Montag, 16. März 2009

Bravo Fotolovestory

So, ich melde mich noch einmal kurz bevor es morgen zum Alex nach Dubai geht. Dieses Mal erspare ich euch groesstenteils das Lesen und stelle trotz miserabler bis unterirdisch schlechter Internetverbindung ein paar Bilder in den Blog..

Die folgenden Bilder sind von unserer Exkursion an die "Corniche", der hiesigen "Ausgehmeile". Da wir aber nicht viel spannendes an der Corniche entdeckt haben, ausser einem hohen Turm mit Fackeln, haben wir uns einfach an den Security-Leuten vorbeigeschmuggelt und sind mit dem Aufzug in den 20. Stock gefahren. Die Aussicht ueber Jeddah und der laessige Swimmingpool haben sich dann doch gelohnt..

Danach sind wir ein chilliges arabisches Restaurant essen gegangen. Matze und ich haben uns dabei gedacht: "Was die Saudis koennen, koennen wir schon lange.." und so sassen wir den ganzen Abend Hand in Hand am Tisch (oder war es nur fuer das Foto, ich weiss es nicht mehr genau..)
Bisschen lustig uebrigens dieser Pferdetransport, der vorn unserem Auto in unseren Compound tuckelte. Lustig auch, wie die Pferde bei jedem Verkehrshuegel Breakdance auf der Ladeflaeche gemacht haben.
Am 27.3. komme ich uebrigens schon wieder zurueck aus Saudi-Arabien. Wer mit mir mal wieder ein Bier trinken will, bitte melden. Aber beeilt euch, denn nach dem ersten bin ich voll und erkenne niemanden mehr..Achja, eins noch, unbedingt anschauen, "Bizkit, the sleep walking dog": http://www.youtube.com/watch?v=z2BgjH_CtIA

Naechste Woche dann noch ein paar lustige Geschichten aus Dubai, bis denne!

Achja, eins noch: Ich bin jetzt stolzer Besitzer einer Mastercard Gold. Hab mich einfach als der arabische Max Mustermann (Mohammed Abdullah) ausgegeben. Sehr clever..Untenstehendes Foto zeigt mich als Chef der Vorfeldkontrolle, ich konnte den Laden einfach nicht so weiterlaufen lassen..

Mittwoch, 11. März 2009

Oli singt den weltbekannten Hit: "How can I breathe with no aiiiiiiiiiir?"

Salaaaaaaaaaam (sagen nur die ganz coolen hier und dazu gehoere ich nach mittlerweile 3,5 Wochen Saudi Arabien natuerlich zweifelsohne..)!

Heute auf der Agenda:
  • Tauchen und Musik: 2 Begriffe verschmelzen in pituresker Schoenheit..
  • FC Wueste haut FC Oase die Huette voll!
  • Was tun bei Alkoholentzug?
  • Wie mich Abspritzschlaeuche zum Millionaer machen werden
  • Taxifahrer mit Zwangsneurose

Ihr seht, wir haben viel zu tun, also verschwenden wir keine Zeit und kommen ohne weitere Umwege zum Thema:

Heute beginnen wir mal wieder mit dem Thema "Tauchen". Wie ihr ja wisst, stand letzten Freitag der erste Dive im Meer an. Er lief folgendermassen ab: Bei ca. 12 Meter hohen Wellen tauchten wir ohne viel Zeit zu verlieren in eine Tiefe von 65 Metern ab. Mein Tauchbuddy "Theoretical Matt" verlor sich jedoch alsbald in einer ominoesen Hoehle, deren Tor eine Feuerqualle versperrte. "No Air" Oli musste ihn also schnellstmoeglich aus dieser brenzligen Situation befreien. Eine unmoegliche Mission, zumal die 34 Haie das Unterfangen nicht einfacher machten. So schien es, doch als ich einen kurzen Plausch mit ihnen hielt, erfuhr ich, dass sie begeisterte Tennisspieler sind. So kamen wir also von "Arschbacken zum Kuchen backen" und schon waren sie bereit mir zu helfen. So zogen wir gemeinsam den blau-roten 80er Jahre Hippie Diver aus der Hoehle und sangen an der Oberflaeche Lieder wie "Can't touch me" oder "No Aiiiiiiiiiiiir...". Klingt wenig plausibel? Ist es auch...Fakt ist aber: Schon beim ersten Tauchgang meines Lebens ging ich "Out of air", so dass ich die Luft von meinem Buddy Matthias atmen musste (Danke fuers Lebenretten noch einmal an dieser Stelle!). So enstand mein Tauchspitzname "No Air" Oli. Zusammen mit meinen Tauchfreunden "Theoretical Matt" und Christian "Uuuuuuueeee" Pressepienze lehrten wir allerdings dem Turkeyfish ("My poison hits you, so hard, makes me say: Oh my lord...") das fuerchten (jedenfalls als ich noch Luft zum Atmen hatte :-)..Fuers naechste Mal habe ich mir folgendes vorgenommen: 1. Weniger atmen 2. (Quasi eine Folge aus Punkt 1:) Mehr Luft haben

TOP 2: "FC Wueste 09"

Grosses Highlight letzte Woche: Das Wuestenderby Jeddah gegen Damman. Gepfiffen von Babak Rafati, kommentiert von Johannes B. Kerner und Juergen Klopp (ersteres stimmt sogar wirklich, zweiteres bei grober Auslegung der Tatsachen ein bisschen..). Viel erwartet hatte ich vorher eigentlich nicht, dann war es aber doch ein super Event. Ich als eingefleischter Jeddah Fan war natuerlich mega happy ueber den 3:0 Sieg "meiner" Mannschaft! Darauf habe ich mir erst einmal ein schoens kuehles alkoholfreies Bier gegoennt! Mhhhhhhhm, gibt nix besseres! Apropos Alkoholentzug: 2 Sachen habe ich hier gefunden, die mir ein wenig darueber hinweg helfen. 1. Shisha rauchen (siehe untenstehendes Poserbild, Markus Goldhofer sei recht herzlich gegruesst :-) und 2. ein Lemon/Mint Juice. Schmeckt (mit ein bisschen Fantasie) fast wie Caipi..Wenn man mag kann man dann auch noch so tun, als waere man betrunken. Das ist ein Spass..



Eine ganz grosse Marktluecke uebrigens noch in Deutschland: Abspritzschlaeuche statt Klopapier auf der Toilette. Damit werde ich ihn Deutschland ganz dick absahnen. Einziges Problem: Nasser Fleck am Po. Durchaus stylish jedoch anscheinend bei weissem Gewand. Konnte mich bisher allerdings noch nicht fuer diesen Trend begeistern, bin mir aber sich dass er in Deutschland gut ankommt bei mutigen Trendsettern..

Matze und mein neues Hobby hier ist uebrigens Taxifahren. 2 Eigenschaften praegen dieses Unterfangen in 90% der Faelle.

1. Selbst wenn der Fahrer keine Ahnung hat wo man hin will und dazu auch noch kein Englisch versteht wird man doch zumeist durch hektische Armbewegungen aufgefordert trotzdem ins Taxi zu kommen

2. Wenn man denn erst einmal im Taxi ist, wird - egal ob ein anderes Auto in der Naehe ist oder nicht - alle 7-11 Sekunden gehupt (Intervalle unterscheiden sich nach Taxifahrertyp). Dies ist eine Art der Zwangsneurose wie sie sehr haeufig hier anzutreffen ist und der ich noch gruendlicher auf die Spur gehen muss..

Ein Bild vom Flughafen wollte ich auch noch einmal online stellen. Ihr seht hier den Hajj Terminal von Jeddah. Das interessante daran: Der Terminal wird nur waehrend der ca. 2 monatigen Pilgerzeit der Muslime nach Mekka benutzt, dem Hajj. Den Rest des Jahres steht dieses monumentale und architektonisch anspruchsvolle Terminal einfach leer. Sagen wir dazu einfach mal: ungewoehnlich. Vielleicht noch eins: "An einem grossen Flughafen (Groesse des Flughafens Jeddah ca. 120 qkm) werden unfassbare Kapazitaeten gebunden" :-)

Ich verabschiede mich mit einer grossartigen Begebenheit aus einem der lezten Arbeitstage:

Deutscher Mitarbeiter der Fraport platzt in ein Meeting mit Saudis herein: "......benoetige dringend Entgeltinformationen bezueglich..." Uuuuuuueee (Name geaendert): "Mach mer dann spaeter!" Saudischer Mitarbeiter (zeigt auf den hinausgehenden deutschen Mitarbeiter und fragt Herrn Uuuueee): "Mahmoud Denspeta?" (fuer diejenigen mit weniger schneller Auffassungsgabe noch einmal in Lautschrift: Machmud Denspaeter)

Ma-salaaaaaaaaaaaaaaaam und bis die Tage!

Mittwoch, 4. März 2009

Blobby und die Haie tauchen aus 18 Metern ohne Luft auf

Brrrrr, am Montag ist hier eine sibirische Kaltluftfront vorbeigezogen, die uns Tiefstwerte von bis zu 22 Grad gebracht hat. Mir ist immer noch ganz kalt aber tapfer wie ich bin erhole ich mich langsam bei mttlerweile wieder angenehmen 30 Grad von dem extremen Kaelteschock..

Vorneweg aus aktuellem Anlass und aufgund akuten Draengens einer gewissen Person (Taeglicher Standardspruch: "Na Oli, hast du DAS schon in deinen Blog geschrieben?" oder wahlweise auch "Das will ich dann aber auch in deinem naechsten Blog lesen!"). Daher - um diese Person zufriedenzustellen - eine offizielle Pressemeldung des DTkB (Deutscher Tischkicker Bund):
"CMK (Name aus pressetechnischen Gründen anonymisiert), ehemaliger Familienmeister im Einser-Tischkickerspielen (Altersklasse U12) hat sich offenbar von seiner Formkrise erholt. Eindrucksvoll setzte er sich gegen die fuehrenden der aktuellen Tischkickerliga buchstaeblich im Alleingang durch. Gratulation zu dieser hervorragenden (wohl nicht wiederholbaren) Einzelleistung. Maengel liegen bei CMK allerdings noch im Spiel mit einem Teamkameraden. Der DTkB wuenscht CMK noch viel Erfolg fuer seine weitere Tischkickerkarriere!"

So, wie versprochen gibts erst einmal ein paar Infos zum Tauchen:

Nach wertvollen Erfahrungen im Pool bei Maggie ("Oli, what you're about to do is extremely dangerous but you're a (Lautschrift -->) "tramandes" diver! The stage is yours!") wird es am Freitag also endlich raus aufs Open Water gehen. Wir sind aber ganz entspannt, denn wir haben - Allah sei Dank - schon beruhigende Stories gehoert:
1. Haie gibt es hier auch, aber um sie zu sehen braucht man schon ein "Riesenglueck" (kommt dann natuerlich darauf an, wie man dieses definiert..)

2. Bei Maggie's (unsere Tauchlehrerin) erstem Tauchgang ist sie erst einmal "Out of air" gegangen und dann aus 28 Meter ohne Luft hochgetaucht. Nicht so ganz ungefaehrlich fuer Lunge etc..Merke: Hochtauchen aus 28 Metern ohne Luft moeglichst vermeiden..

Foto von unseren Uebungen folgt noch an dieser Stelle! Beim naechsten Blog dann mehr ueber den Tauchgang und meine Freunde, die Haie..

Ich habe euch uebrigens wieder einmal etwas mitgebracht:
1. Blobby Volley - das weltgroesste Zockerspiel als Download unter http://www.chip.de/downloads/Blobby-Volley_12990993.html
Mittlerweile hat sich ein harter Wettkampf zwischen Matze und mir gebildet. Ich muss zugeben, dass ich mich mit einem der weltgroessten Blobbysportler messe, kann aber auch schon einen Erfolg fuer mich verbuchen. Das folgende Bild zeigt einen unserer spannenden Fights, den ich am Ende leider doch verloren geben musste (hierbei sei gesagt: Achtung! Blobby Volley kann unter Umstaenden grosses Aggressionspotential hervorrufen!)..


2. Gebt mal bei Youtube Remi Gaillard ein. Als Beispiel folgender Link:
http://www.youtube.com/watch?v=hqOBR_Xbw2I
Jaja, ist ja gut Adiam, ich trete bald auch in die Gruppe ein :-)

Eine skurille Story vielleicht noch:
Wie ja schon berichtet (glaube ich zumindest) arbeiten hier in Saudi Arabien viele guenstige Hilfskraefte aus Indien oder Pakistan. So auch unser letzter Taxifahrer. Die Story begann schon beim Einsteigen, als der uebermotivierte Fahrer Matze beinahe den Fuss ueber den Haufen fuhr (oh mein Gott, das haette ein schlagartiges Ende der Tauchkarriere bedeutet :-) und ging damit weiter, dass der gute Mann zu allem, was in der Welt vor sich ging, gerade vor sich geht oder auch in Zukunft noch vor sich gehen wird, eine Meinung hatte. So auch zu den Herren Hitler und Mussolini. Diese seien keinesfalls verrueckt gewesen, sondern hatten ein gutes Recht darauf die Welt unterwerfen zu wollen (uebrigens keine Einzelmeinung hier..). In diesem Moment war es auch, dass Matze lernte: man kann nicht mit jeder Person auf diesem Planeten diskutieren, sondern man muss ab und an einfach mal eine Kassette mit den Worten "Yes" und "Mhm" anmachen. Noch eine wertvolle Lektion des Taxifahrers: Pakistanis sind keine Terroristen! Ich kenne das jemanden, der Tags darauf eine - sagen wir einmal geringfuegig abweichende - Meinung ausserte..
Noch ein Ausblick auf kommende Blogs:
  • am 17.3. gehts zum Alex nach Dubai, vielleicht finde ich dort auch einmal wieder ein alkoholhaltiges Getraenk..Die Spannung bleibt erhalten..
  • Tauchen unter Haien: Fressen oder gefressen werden..

Bis bald dann, Oli


P.S.: Beim Tatort (dem ersten in meinem Leben) habe ich vergangenen Sonntag gesehen, dass ich voellig umsonst mein Schloss habe aufbohren lassen. Kriminalinspektor Huber zeigte mir, dass es auch eine Kreditkarte tut. Wie dumm von mir..

P.S.2: F--------------------------------S---------------------------V!!!!!!!!!!!!!

P.S.3: Morgen das unfassbar spannende Fussballspiel Al Etihad Jeddah gegen irgendeinen anderen Wuestenclub. Und wer ist bei diesem Mega-Event live dabei? Ich! Zitat: "Meeeeensch, Klasse!"

Freitag, 27. Februar 2009

Von keativer Werbung bis hin zu Tischerkickerlegenden

Allahu akbar (Allah ist gross)! Dieser Ausspruch kommt hier ca. alle 3-4 Stunden aus einer der zahlreichen Moscheen. Aber nicht nur aus diesen, sondern egal wo man sich befindet, Angst haben die Gebetszeit zu verpassen, braucht man keine zu haben. Denn selbst am Flughafen und in den Malls wird man durch den ca. einminuetigen Gesang (auf maximale Lautstaerke aus einem der Lautsprecher) daran erinnert. Dann werden erst einmal eine halbe Stunde alle Geschaefte geschlossen (falls man sich gerade mal nicht entscheiden kann, so kann man sich wahlweise auch einschliessen lassen...). Erst dann geht das geschaeftige Treiben weiter (unvorteilhaft, falls man gerade in der Gebetszeit Hunger haben sollte..).


Apropos Malls: Diese sind so ziemlich die einzige Ausgeh-/"Partymoeglichkeit" hier. Und so kommt es, dass am Wochenende - also Mittwochs- und Donnerstagabends - alle Einwohner Jeddahs mitsamt ihren Familien in die Malls stroemen. Vorgestern Abend hatte ich mein erstes "Mallwochenenderlebnis". Es ist schon etwas befremdlich, wenn man ein Gebaeude betritt und ca. 10.000 schwarz vermummte Gestalten herumlaufen sieht und darueber hinaus noch Angst haben muss, versehentlich mal einer Frau ins Gesicht zu schauen um dann eine empfindliche Strafe zu kassieren. Falls ihr wissen wollt, wie extrem die Saudis in Sachen Gesicht verhuellen sind, dann sei euch folgendes Foto gezeigt (im Orginal wohl ein Deutsches - dann der Schleier mit Paint Brush hinzugefuegt...Benny, guter Vorschlag fuer die naechste Werbung der Vierjahreszeiten Apotheke uebrigens..):
Ansonsten erholen wir uns von den Arbeitstagen hier entweder an der Poollandschaft oder am Strand (an denen den Saudis uebrigens mal gezeigt wurde, wie Beachsoccer gespielt wird...Nichts desto trotz bin ich nun stolzer Besitzer eines Saudi arabischen Nationaltrikots :-)
Ganz wichtig noch, die aktuelle Tabelle der saudi arabischen Tischkickerliga:
1. FSV Mayer 1905
2. TSG Hieronimus 1899
3. TSV Abraha 1860
4. 1. FC CMK
Zwangsabstieg: SV Schultheis 09
Die Noten vom letzten Spieltag:
Abraha - 2: Hatte nach der Winterpause noch mit Uebergewicht zu kaempfen, ist jetzt aber wieder in Form und spielte nun lange Zeit ueber seinem Niveau. War mit verantwortlich fuer das 16-14 seines Teams.
CMK - 4: Von "hat sein Geld nicht verdient" bis "Weltklasse" war alles dabei. Insgesamt trotz Tischkickervergangenheit in neuen Gefilden noch zu unkonstant.
Hieronismus - 2: Fuegte sich gut in die Liga ein. Hinten eine Wand und ruhiger Spielaufbau. Vorne noch Potential nach oben.
Schultheis - 4: Der "Aggresive Leader" hatte nicht seinen besten Tag erwischt, war jedoch redlich bemueht.
Mayer - 3: Auch ihm gelang weiss Gott (oder Allah) nicht alles. Haute dem Gegner jedoch ab und an eine "Strich" von hinten in den Kasten.
Es bleibt noch zu erwaehnen:
  • der Tauchkurs hat gestartet und naechste Woche gehts schon ab ins Meer :-) Beim naechsten Blog gibts genauere Infos dazu..
  • wenn es gut laeuft habe ich hier auch jemanden mit dem ich ein bisschen Tennis zocken kann. Ganz wichtig, auch wenn bei mir nicht das 20.000 Euro Match ansteht :-)
  • fuer alle, die es noch nicht kennen: http://www.lastfm.com/ Ganz praktisch, wenn gerade kein ipod oder sonstiges in der Naehe ist..

Wir sehen uns dann beim naechsten Blog, insh'allah. Gruesse aus Jeddah, aus der Stadt, die einen nicht ganz unberuehmten Sohn hervorgebracht hat..Tipp: Man wuerde ihn wohl nicht aus dem netten Nachbarn von nebenan bezeichnen..Wer weiss es??

Oli von Arabien

Montag, 23. Februar 2009

Freilebende Affen, grossartige Outfits und voellig gestoerte Autofahrer

as-salamu alaykum (ja, so wirds geschrieben, auch wenn ihr es nicht glaubt..), da bin ich wieder mit interessanten, bildenden und kurzweiligen Geschichten aus Saudi Arabien! Heute erfahrt ihr mehr ueber folgende Themen:
  • Autofahren: Wie man es nicht machen sollte..
  • Klimaanlagen: Kann man bei 30 Grad Aussentemparatur in einem Gebaeude erfrieren?
  • Getraenke: Vor- und Nachteile einer alkoholfreien Gesellschaft
  • Freilebende Affen: Ein uebernatuerliches Phaenomen

Nachdem ich mich an den ersten beiden Tagen ja ohne weitere Zwischenfaelle problemlos hier eingelebt habe (falls ihr einenBlick darauf werfen wollt wie und wo ich wohne: http://www.sharbatlyvillage.com/), sind wir am Mittwochabend einmal in die Altstadt von Jeddah gefahren. Solltet ihr einmal nach Saudi Arabien kommen, so sei euch geraten, auf keinen Fall ein Auto selbst zu lenken. Wenn ihr denkt, dass Italiener ruecksichtlos fahren, dann multipliziert diese imaginaere Gefahrenstufe, die aus diesem Stil hervorgeht mit 7,34 und ihr habt die Gefaehrlichkeits- und Aggresionsstufe der hiesigen Autofahrkunst verstanden. Selten habe ich in einem Land erlebt, dass man von der 3. Spur links ploetzlich am gesamten Verkehr vorbei eine Rechtskurve faehrt. Naja, jedenfalls sind wir doch noch angekommen und haben uns - wo wir gleich beim einzigen Vorteil der alkoholfreien Gesellschaft sind - einen der unfassbar guten und billigen Saefte in allen moeglichen tropischen Fruchtkombinationen gekauft. Dann erst kam der wichtigste Punkt auf dem Programm. Der Kauf eines Gewands, wie sie hier jeder arabische Hengst (unfassbares Wortspiel, oder?) traegt..Schnaeppchen fuer 20 Euro (heisser Tipp uebrigens: Beim Kaufen die Anwendung von Ironie unterlassen, kann sich negativ auf den Kaufpreis auswirken..). Beweisfoto hier:
Am Donnerstag (hier also quasi Samstag, da hier Donnerstag und Freitag frei sind), sind wir alle zusammen nach Taif, einer Stadt im inneren des Landes, gefahren. Dort ein absolutes Highlight: Freiiiiiileeeeeeebeeeeeendeeee Affeeeeeeen! (Insider, ein gewisser Mathias weiss Bescheid..). Grandios bei den Affen aber auch der Ausblick ueber das dortige Gebirge..Dann noch schnell den Pauschaltoursimus in Saudi Arabien eingefuehrt durch ein Bild mit Saudi Flagge, lokalem Fussballclub-Schaal und neuen Freunden und schon konnte wieder die Heimfahrt angetreten werden.






Vielleicht noch ein Wort zu den Klimaanlagen: Draussen ist es angenehme 30 Grad und diese verrueckten Araber (Tennis Koriphaee Babak Momeni sei hier zitiert: "Saaa maaaa spiiiieeenst duuu, waaas wiiiest du bei die verrueckte Aaaaaraaaabeeeer?") haben nichts besseres zu tun als die Klimaanlagen auf 20 Grad zu stellen. Das klingt jetzt vielleicht gar nicht so kalt, ist aber mit der gefuehlten Temperatur auf dem Tux Tux Hintertuxer Gletscher zu vergleichen..Poldi wuerde sagen: "Vollidioten, eeeyyy!"

So, das wars auch schon wieder fuer den Moment. Schoene Fastnachtszeit an alle und so. Ich habe hier auch ganz viel Spass mit 0,0000% igem Bier (schmeckt wie Malzbier, nur schlechter)..Aber ich weiss ja, dass ihr waehrend Fastnacht auch nicht so viel trinkt..Hier uebrigens noch ein Foto der Fraport Crew hier unten. Ihr kennt sie vielleicht auch aus "Making the Band"...Von links nach rechts: Mr. Kai (so jung und schon so erfolgreich), Lobo (L to the Obo), Chris (Wie war das noch mal genau "Tischkickerkiller"? Laecherlich..), Matze ("Freiiiileeeeebende Affeeeeeen! Waaaaahnsinn!"), Adiam "a prayer" (bekannt aus dem Buch "Mein Weg - Vom Trainee zum VV")


Ma a s-salama (Tschuess und Auf Wiedersehen!)

P.S.: Ich mach hier einen Tauchkurs, Mittwoch gehts los und wenn alles hinhaut bin ich schon naechste Woche im offenen Meer tauchen. Heute haben wir schon eine vielversprechende Lern CD von unserer Tauchlehrerin bekommen: "Open Water" Gutes Omen kann man da nur sagen..


Freitag, 20. Februar 2009

Die unprofitabelste Airline der Welt, ein perfekter Einstand und der Mann mit dem Bohrer

So, hier also die ersten Erlebnisse aus Saudi Arabien. Bald folgen noch weitere lustige Ereignisse meiner ersten Tage. Erlebt sind sie schon, sie muesen jetzt lediglich noch runtergeschrieben werden..Jetzt aber erst einmal die ersten 1-2 Tage..

Gäbe es einen Preis für die unprofitabelste Airline der Welt, dann würde eine namentlich an dieser Stelle nicht genannte Airline :-) diesen wohl mit großem Abstand gewinnen. Schließlich war der nächste Passagier der ca. 30 Passagiere auf meinem Flug in einem Grossraumflieger nach Jeddah von meinem Platz aus nur vage auszumachen und lediglich per geschätztem 12-minütigen Fußmarsch zu erreichen. Vielleicht solltest du da mal deine studentische Unternehmensberatung (Schrägstrich „Sekte“, Schrägstrich „Schlagende Verbindung“) vorbeischicken, Alex, so ganz optimal scheint das naemlich nicht zu funktionieren...:-) Naechster Abschnitt wurde aus Zensurtechnischen Gruenden entfernt..


So, soweit so gut..Jetzt wird die ganze Geschichte allerdings etwas erheiternd (zumindest für den neutralen Betrachter). Noch mit einem freundlichen „Herzlich Willkommen in Saudi-Arabien“ vom Grenzbeamten begrüßt, wartete ich leider eine halbe Stunde vergeblich am Gepäckband auf meinen Koffer. Die Kofferhandlingsgesellschaft interessierte sich dafür aber in ähnlichem Maße wie diverse Vergleichsunternehmen in Südafrika (ein Name sei an dieser Stelle nicht genannt). Halb so schlimm dachte ich mir und ging nach draußen, wo mich mein indischer Fahrer Mahmoud erwartete. Endlich in der Apartmentanlage um 6 Uhr morgens angekommen, wollte ich eigentlich ganz gern ins Bett gehen. Die Problematik war jedoch, dass mein Schlüssel beim Hineinstecken ins Schloss abbrach – unlücklich, besonders um die Uhrzeit. Denn so musste ich meinen Mitbewohner aus dem Bett klingeln, der mir dann nach 15 Minuten lediglich in Boxer-Shorts bekleidet, die Tür öffnete.

Am nächsten Tag wurde ich (für mein bisher abgeleistetes Schlafpensum) früh von meinem Traineekollegen Adiam aus dem Bett geklingelt. Da mein Gepäck ja nicht mitgekommen war verbrachten wir die eine oder andere Stunde in einer der zahlreichen und zugleich riesigen Malls von Jeddah, in denen ich mir ein paar Hemden für die Arbeit am Flughafen besorgte. Als wir spätabends aus der Stadt zurückkehrten merkte ich, dass ich den Schlüssel meines Zimmers, das ich abgeschlossen hatte da ich ja keinen Wohnungsschlüssel hatte, verloren hatte. Kann passieren.. Also, „Maintenance“ angerufen, die auch sogleich mit Schlagbohrer und Co. anrückten. Der zwischenzeitlich doch recht verzweifelnd ausschauende „Bohrmann“ bekam nach einer geschlagenen Stunde (mit zugegebenermaßen ziemlich skurrilen Methoden) die Tür auf. So wie sie dann aussah, hätte man sie eigentlich auch genauso gut eintreten können..


Das wars erst einmal von meinen ersten Eindrücken. Ich könnte euch noch weitere Geschichten aus dem Kuriositätenkabarett erzählen, von Geschäften, die mehrmals am Tag zu Gebetszeiten schließen, von Verkäufern, die beim Rückgeld geben 150 minus 137 in den Taschenrechner eingeben und vielem mehr, doch dazu dann ein ander Mal! Bis bald!

Oli

P.S.: Vogel, Simon: Hier kann man sich Anzüge für 150 Euro maßschneidern lassen. Ein Traum, oder? Gut, dass ich mir vor ein paar Tagen noch einen gekauft habe, für den ich hier 3 bekommen hätte..